Ulrike Nasse-Meyfarth: Was hinter dem „Dreckschwein“-Zitat und der abgelehnten Ehrung steckt

Wer nach „Ulrike Nasse-Meyfarth Dreckschwein Ehren“ sucht, möchte in der Regel den Hintergrund einer viel beachteten Aussage der früheren Hochspringerin verstehen. Das Schimpfwort richtete sich nicht gegen die zweifache Olympiasiegerin. Vielmehr verwendete Nasse-Meyfarth den Ausdruck in einem Interview für den früheren Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Lamine Diack.

Der Zusammenhang reicht in das Jahr 2015 zurück. Damals war Nasse-Meyfarth für die Hall of Fame des Weltverbandes vorgesehen, lehnte die Ehrung jedoch angesichts des aufkommenden Korruptions- und Dopingskandals um Diack ab. In einem im Mai 2026 veröffentlichten Interview erklärte sie ihre damalige Entscheidung erneut – und wählte dafür ungewöhnlich deutliche Worte.

Was bedeutet die Suchphrase „Ulrike Nasse-Meyfarth Dreckschwein Ehren“?

Die Suchphrase setzt mehrere Bestandteile einer Interviewaussage verkürzt zusammen. Gemeint ist Ulrike Nasse-Meyfarths Erklärung, weshalb sie 2015 nicht in die Hall of Fame der damaligen IAAF aufgenommen werden wollte.

Gegenüber der Welt am Sonntag sagte sie rückblickend über Lamine Diack: „Von solch einem – mit Verlaub – Dreckschwein wollte ich mich nicht ehren lassen.“ Das Interview erschien anlässlich ihres 70. Geburtstags im Mai 2026 und wurde anschließend von zahlreichen Medien aufgegriffen. Der Ausdruck bezog sich eindeutig auf Diack und dessen Rolle im internationalen Leichtathletikskandal – nicht auf ostdeutsche Sportler oder einen sportlichen Konkurrenten.

Die Formulierung sorgte vor allem deshalb für Aufmerksamkeit, weil Nasse-Meyfarth normalerweise als reflektierte, aber meinungsstarke Stimme des deutschen Sports wahrgenommen wird. Das Wort war kein isolierter persönlicher Angriff, sondern Teil ihrer scharfen Kritik an Korruption, vertuschten Dopingfällen und fragwürdigen Ehrungen innerhalb des Spitzensports.

Warum lehnte Ulrike Nasse-Meyfarth die Ehrung ab?

Im Jahr 2015 sollte Nasse-Meyfarth nach damaligen Medienberichten in die Hall of Fame des internationalen Leichtathletikverbandes aufgenommen werden. Gleichzeitig geriet der Verband wegen schwerwiegender Vorwürfe gegen seinen langjährigen Präsidenten Lamine Diack unter Druck.

Nasse-Meyfarth sagte die Aufnahme ab. Bereits damals berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass sie angesichts der Vorgänge im Verband keinen Platz in dessen Ruhmeshalle annehmen wollte. Ihre Entscheidung war damit ein öffentliches Zeichen gegen eine Sportführung, deren Glaubwürdigkeit massiv erschüttert worden war.

Ihre Ablehnung bedeutete jedoch keine grundsätzliche Geringschätzung sportlicher Auszeichnungen. Schon 2011 war sie in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen worden. Entscheidend war für sie offenbar, wer eine Ehrung ausspricht und für welche Werte die betreffende Institution steht.

Wer war Lamine Diack?

Lamine Diack führte die IAAF, den heutigen Weltverband World Athletics, von 1999 bis 2015. Während seiner Amtszeit gehörte er zu den einflussreichsten Funktionären des internationalen Sports.

Seine Laufbahn endete im Schatten eines weitreichenden Korruptionsskandals. Ein französisches Gericht befand ihn 2020 für schuldig, an einem System beteiligt gewesen zu sein, in dem positive Dopingbefunde russischer Athleten gegen Bestechungsgelder vertuscht wurden. Diack wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, davon zwei Jahre auf Bewährung. Seine Anwälte kündigten damals Berufung an.

Diack starb im Dezember 2021 im Alter von 88 Jahren. Seine Verurteilung erfolgte somit mehrere Jahre nach Nasse-Meyfarths Absage. Als sie die Ehrung 2015 zurückwies, befand sich der Skandal noch in einer frühen Phase der öffentlichen und juristischen Aufarbeitung. Ihre damalige Reaktion erwies sich deshalb als bemerkenswert konsequent.

Ihre Kritik geht über den Diack-Skandal hinaus

Im Interview von 2026 sprach Nasse-Meyfarth nicht nur über die abgelehnte Hall-of-Fame-Aufnahme. Sie kritisierte außerdem den Umgang mit den sportlichen Leistungen ehemaliger DDR-Athletinnen und -Athleten.

Nach ihrer Auffassung konzentriert sich die westdeutsch geprägte Erinnerung zu einseitig auf staatlich organisiertes Doping und mögliche Verbindungen zur Staatssicherheit. Diese Themen sind historisch wichtig und dürfen nicht verharmlost werden. Nasse-Meyfarth argumentiert jedoch, dass dadurch individuelle Leistungen häufig pauschal entwertet würden.

Zugleich verwies sie auf Doping im westdeutschen Sport und kritisierte, dass dieses in der öffentlichen Wahrnehmung weniger präsent sei. Auch das systematische DDR-Modell zur Talentsichtung und Nachwuchsförderung dürfe ihrer Ansicht nach nicht ausschließlich auf Doping reduziert werden. Über diese Aussagen berichteten unter anderem die Frankfurter Rundschau und weitere Medien.

Ihre Position ist eine persönliche sportpolitische Bewertung. Sie bestreitet damit nicht das dokumentierte Zwangsdoping in der DDR. Vielmehr fordert sie eine differenziertere Beurteilung einzelner Biografien und eine ausgewogenere Aufarbeitung von Fehlentwicklungen in Ost und West.

Ulrike Nasse-Meyfarths außergewöhnliche Sportkarriere

Die öffentliche Bedeutung ihrer Worte hängt eng mit ihrer herausragenden Laufbahn zusammen. Ulrike Meyfarth wurde am 4. Mai 1956 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Wesseling bei Köln auf. Bereits als Jugendliche gehörte sie zur deutschen Hochsprungspitze.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München gewann sie als 16-Jährige sensationell die Goldmedaille. Im Finale überquerte sie 1,92 Meter und stellte damit den damaligen Weltrekord ein. Bis heute gilt sie als jüngste Olympiasiegerin in einer Leichtathletik-Einzeldisziplin. Die offiziellen Olympia-Ergebnisse von München 1972 bestätigen ihre Sieghöhe.

Der frühe Triumph brachte allerdings enormen Erwartungsdruck mit sich. In den folgenden Jahren blieben vergleichbare internationale Erfolge zunächst aus. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal erreichte sie nicht das Finale. An den Spielen 1980 in Moskau konnte sie wegen des westdeutschen Olympiaboykotts nicht teilnehmen.

Dennoch kämpfte sie sich zurück. 1982 gewann Meyfarth den Europameistertitel, bevor sie 1984 in Los Angeles ihre Karriere mit einem zweiten Olympiasieg krönte. Mit übersprungenen 2,02 Metern setzte sie sich vor der Italienerin Sara Simeoni durch. Das offizielle Ergebnis ist bei Olympics.com für Los Angeles 1984 dokumentiert.

Warum ihre beiden Olympiasiege so besonders sind

Zwischen ihren Goldmedaillen lagen zwölf Jahre. Diese außergewöhnlich lange Zeitspanne erzählt nicht nur von sportlichem Talent, sondern ebenso von Rückschlägen, Geduld und einem erfolgreichen Neubeginn.

1972 wurde Meyfarth praktisch über Nacht zum jungen Sportstar. 1984 gewann sie dagegen als erfahrene Athletin, die bereits Enttäuschungen, Verletzungen und öffentlichen Druck bewältigt hatte. Zum Zeitpunkt ihres zweiten Erfolgs war sie die bis dahin älteste Olympiasiegerin im Frauen-Hochsprung. Dieser Altersrekord wurde später von Ruth Beitia übertroffen.

Die Hall of Fame des deutschen Sports würdigt besonders diese einmalige Verbindung aus frühem Triumph und später Rückkehr. Darüber hinaus wurde Nasse-Meyfarth von 1981 bis 1984 viermal in Folge zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt.

Haltung statt zusätzlicher Auszeichnung

Nasse-Meyfarths Absage an die IAAF-Hall-of-Fame zeigt, dass sie eine Auszeichnung nicht unabhängig von ihrem institutionellen Umfeld betrachtet. Für eine erfolgreiche Sportlerin besitzt eine Aufnahme in eine internationale Ruhmeshalle normalerweise hohen symbolischen Wert. Dennoch entschied sie sich dagegen.

Mit dieser Haltung stellte sie die Glaubwürdigkeit der Ehrenden über das Prestige der Ehrung. Das drastische Wort aus dem Interview von 2026 sollte genau diese Distanz verdeutlichen. Seine Wirkung entsteht auch aus dem Kontrast zwischen einer feierlichen Auszeichnung und den schwerwiegenden Verfehlungen, die später gerichtlich festgestellt wurden.

Ihre Wortwahl kann als hart oder unangemessen empfunden werden. Der sachliche Kern ihrer Entscheidung bleibt davon jedoch unberührt: Sie wollte nicht Teil einer Ehrung sein, während die Führung des Verbandes mit schweren Korruptions- und Dopingvorwürfen konfrontiert war.

Ulrike Nasse-Meyfarth nach dem Leistungssport

Nach ihrer aktiven Karriere blieb Nasse-Meyfarth dem Sport verbunden. Sie studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln und arbeitete später über viele Jahre in der Nachwuchsarbeit von Bayer 04 Leverkusen. Dort war sie unter anderem als Trainerin und Talentscout tätig.

Außerdem engagierte sie sich gesellschaftlich und unterstützte soziale Projekte. Im öffentlichen Diskurs meldete sie sich immer wieder zu Fragen der Sportförderung, des Schulsports und der Verantwortung von Verbänden zu Wort. In einem Gespräch mit der Deutschen Sporthilfe forderte sie beispielsweise eine stärkere Lobby für den Sport und betonte dessen Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen.

Fazit

Hinter der Suchanfrage „Ulrike Nasse-Meyfarth Dreckschwein Ehren“ steht eine konkrete Aussage über den früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack. Nasse-Meyfarth erklärte damit rückblickend, warum sie 2015 die Aufnahme in die Hall of Fame des Weltverbandes ablehnte. Der Ausdruck richtete sich weder gegen sie selbst noch pauschal gegen andere Sportler.

Ihre Reaktion ist Teil einer grundsätzlichen Haltung: Sportliche Ehrungen verlieren für sie an Wert, wenn die verleihende Institution ihre eigene Glaubwürdigkeit verspielt. Zugleich fordert die zweimalige Olympiasiegerin eine differenziertere Erinnerung an die deutsche Sportgeschichte. Ob man ihre drastische Wortwahl teilt oder nicht – ihre Entscheidung gegen die Ehrung war eindeutig und konsequent.

Häufig gestellte Fragen

Wen bezeichnete Ulrike Nasse-Meyfarth als „Dreckschwein“?

Sie verwendete den Ausdruck in einem Interview für den früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack. Anlass waren dessen Rolle im Korruptions- und Dopingskandal sowie ihre 2015 abgelehnte Ehrung.

Welche Ehrung lehnte Nasse-Meyfarth ab?

Sie lehnte 2015 die vorgesehene Aufnahme in die Hall of Fame des internationalen Leichtathletikverbandes IAAF ab.

Wurde Lamine Diack verurteilt?

Ja. Ein französisches Gericht verurteilte Diack 2020 wegen Korruption im Zusammenhang mit der Vertuschung russischer Dopingfälle zu vier Jahren Haft, davon zwei auf Bewährung.

Wie viele olympische Goldmedaillen gewann Ulrike Nasse-Meyfarth?

Sie gewann zweimal olympisches Gold im Hochsprung: 1972 in München und 1984 in Los Angeles.

Ist Ulrike Nasse-Meyfarth in einer Hall of Fame vertreten?

Ja. Seit 2011 gehört sie der Hall of Fame des deutschen Sports an. Die Aufnahme in die internationale IAAF-Hall-of-Fame lehnte sie dagegen ab.

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