Jens Riewa: Karriere, Herkunft und Rolle als „Tagesschau“-Chefsprecher

Jens Riewa gehört zu den bekanntesten Nachrichtensprechern Deutschlands. Seit drei Jahrzehnten präsentiert er die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“. Im Dezember 2020 übernahm er außerdem die Rolle des Chefsprechers. Seine ruhige Stimme, die deutliche Aussprache und sein sachliches Auftreten haben ihn zu einem vertrauten Gesicht des deutschen Fernsehens gemacht.

Sein beruflicher Weg verlief jedoch keineswegs geradlinig. Bevor Jens Riewa zum Rundfunk kam, diente er bei der Nationalen Volksarmee, begann ein technisches Studium und ließ sich zum Fluglotsen ausbilden. Erst eine zufällige Begegnung führte ihn zur professionellen Sprecherziehung. Daraus entwickelte sich eine lange Karriere im Radio und Fernsehen, die weit über die Nachrichtensendungen der ARD hinausgeht.

Jens Riewa im kurzen Überblick

MerkmalInformation
Vollständiger NameJens Riewa
Geburtsdatum2. Juli 1963
Alter63 Jahre (Stand: September 2026)
GeburtsortLübbenau, Brandenburg
Aufgewachsen inLübben im Spreewald
NationalitätDeutsch
BerufNachrichtensprecher und Moderator
Bekannt durch„Tagesschau“ und „Hamburg Journal“
Erste 20-Uhr-„Tagesschau“6. September 1995
Chefsprecher der „Tagesschau“Seit Dezember 2020
BeziehungsstatusNicht öffentlich bestätigt
KinderNicht öffentlich bestätigt
WohnortNicht zuverlässig öffentlich bestätigt

Wer ist Jens Riewa?

Jens Riewa ist ein deutscher Nachrichtensprecher und Fernsehmoderator. Bekannt wurde er vor allem durch die „Tagesschau“, die wichtigste Nachrichtensendung der ARD. Dort arbeitet er bereits seit den frühen 1990er-Jahren. Am 6. September 1995 präsentierte er erstmals die Hauptausgabe um 20 Uhr. Seitdem verbindet ein großes Publikum seine Stimme und sein Auftreten unmittelbar mit den ARD-Nachrichten.

Am 15. Dezember 2020 trat Riewa die Nachfolge von Jan Hofer als Chefsprecher an. Diese Funktion ist vor allem eine traditionsreiche und repräsentative Rolle innerhalb des Sprecherteams. Die redaktionelle Verantwortung für die Auswahl und Gewichtung der Nachrichten liegt dagegen bei der Redaktion von ARD-aktuell. Riewa präsentiert die fertigen Meldungen und steht öffentlich für die Verlässlichkeit der Sendung.

Herkunft und frühes Leben im Spreewald

Jens Riewa wurde am 2. Juli 1963 in Lübbenau geboren und wuchs im nahe gelegenen Lübben im Spreewald auf. Dort legte er 1982 sein Abitur ab. Anschließend verpflichtete er sich für drei Jahre als Soldat auf Zeit bei der Nationalen Volksarmee der DDR. Seine Jugend und sein früher beruflicher Weg waren somit stark von den damaligen Verhältnissen in Ostdeutschland geprägt.

Nach seiner Militärzeit begann Riewa an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden ein Studium im Bereich Technologie des Bauwesens. Allerdings beendete er diesen Studiengang nicht. Stattdessen ließ er sich zum Fluglotsen ausbilden. Nach Angaben seines offiziellen „Tagesschau“-Porträts führte ihn erst eine Begegnung bei einer Benefizveranstaltung in eine völlig andere berufliche Richtung.

Der ungewöhnliche Weg zum Rundfunk

Bei der Veranstaltung fiel Riewas Stimme der Sprecherzieherin Rosi Grosse auf. Sie erkannte sein Talent und überzeugte ihn davon, eine professionelle Ausbildung als Sprecher zu absolvieren. Damit begann eine Karriere, die zuvor nicht geplant gewesen war. Riewa lernte, Texte verständlich zu gliedern, seine Atmung zu kontrollieren und selbst schwierige Inhalte ruhig und deutlich vorzutragen.

Beim Berliner Rundfunk sammelte er anschließend praktische Erfahrung als Sprecher und Moderator. Zudem arbeitete er für Hörspiele, Features, Dokumentationen und Werbeproduktionen. 1988 bestand er einen Auswahltest als Nachrichtensprecher. Dadurch öffneten sich ihm weitere Türen beim Rundfunk und später im Fernsehen. Seine sorgfältige Ausbildung bildete die Grundlage für den präzisen Vortragsstil, für den er heute bekannt ist.

Karriere bei der „Tagesschau“

Anfang der 1990er-Jahre kam Jens Riewa zum NDR und zur „Tagesschau“. Zunächst hörte man ihn hauptsächlich als Off-Sprecher, während er Nachrichtenbeiträge und andere Inhalte aus dem Hintergrund vertonte. Später trat er auch vor die Kamera. Laut dem NDR-Porträt über Jens Riewa war er außerdem im „ARD-Morgenmagazin“ und in den „Tagesthemen“ zu sehen.

Sein entscheidender Karriereschritt folgte am 6. September 1995. An diesem Tag sprach er zum ersten Mal die Hauptausgabe der „Tagesschau“ um 20 Uhr. Im September 2025 feierte er daher sein 30-jähriges Jubiläum in der wichtigsten Ausgabe der Sendung. Im Rückblick berichtete er, dass er sogar die Krawatte von seinem ersten Auftritt aufbewahrt habe. Das zeigt, welchen persönlichen Stellenwert dieses Debüt für ihn besitzt.

Chefsprecher als Nachfolger von Jan Hofer

Nachdem Jan Hofer Ende 2020 seine Tätigkeit als Chefsprecher beendet hatte, rückte Jens Riewa an seine Stelle. Die Übergabe fand am 15. Dezember 2020 statt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Riewa bereits über jahrzehntelange Erfahrung innerhalb des Hauses. Seine Ernennung erschien deshalb als folgerichtige Entscheidung.

Als Chefsprecher verkörpert er die Tradition und die hohen sprachlichen Standards der Sendung. Dennoch bedeutet der Titel nicht, dass er über politische Inhalte oder die Reihenfolge der Meldungen entscheidet. Diese Aufgaben übernimmt die Redaktion. Riewas Verantwortung liegt vielmehr in der professionellen Präsentation. Dazu gehören Konzentration, eine fehlerfreie Aussprache und ein angemessener Ton – unabhängig davon, ob es sich um eine politische Meldung, eine Naturkatastrophe oder eine Sportnachricht handelt.

Weitere Sendungen und Auftritte im Fernsehen

Obwohl Jens Riewa vor allem als Nachrichtensprecher gilt, arbeitete er auch in der Unterhaltung. In den 1990er-Jahren moderierte er unter anderem „Die deutsche Schlagerparade“. Darüber hinaus präsentierte er 1996 und 1997 die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Diese Auftritte zeigten eine lockerere Seite des Moderators, ohne dass er sich dauerhaft vom Nachrichtenbereich entfernte.

Seit 2012 gehört Riewa außerdem zum Moderationsteam des „Hamburg Journals“ im NDR. Im Jahr 2021 nahm er an der fünften Staffel von „The Masked Singer“ teil. Dort trat er im Kostüm einer Chili auf und wurde bereits in der ersten Sendung demaskiert. Sein Auftritt überraschte viele Zuschauer, weil er dabei sang und bewusst aus seiner gewohnten, sachlichen Nachrichtensprecherrolle heraustrat.

Warum seine Arbeit mehr als Vorlesen ist

Nachrichtensprecher müssen komplexe Texte innerhalb kurzer Zeit erfassen und glaubwürdig vermitteln. Zudem verändern sich Meldungen häufig noch kurz vor oder sogar während einer Sendung. Deshalb braucht Jens Riewa nicht nur eine gute Stimme, sondern auch Konzentration, Allgemeinwissen und die Fähigkeit, unter Zeitdruck ruhig zu bleiben.

Auch die Arbeitszeiten stellen besondere Anforderungen. Nachrichten laufen morgens, mittags, abends und an Feiertagen. Entsprechend müssen Sprecher zu wechselnden Zeiten einsatzbereit sein. In einem Interview zu seinem 30-jährigen Jubiläum erklärte Riewa, wie stark dieser Rhythmus das Privatleben beeinflussen kann. Gleichzeitig betrachtet er seine lange Zeit bei der Hauptausgabe als besonderes Privileg.

Jens Riewas Stimme und Auftreten

Riewas Vortragsstil wirkt ruhig, kontrolliert und zurückhaltend. Er stellt nicht seine eigene Persönlichkeit, sondern die Nachricht in den Mittelpunkt. Pausen, Betonungen und eine klare Aussprache helfen den Zuschauern dabei, selbst komplizierte Meldungen schnell zu verstehen. Gerade bei ernsten Ereignissen ist außerdem ein Ton erforderlich, der Anteilnahme vermittelt, ohne dramatisch zu wirken.

Sein klassischer Kleidungsstil unterstützt das seriöse Erscheinungsbild. Dennoch entstehen das Outfit und die Wirkung einer Sendung nicht zufällig. Kostüm, Studiobeleuchtung, Kameraführung und Maske werden aufeinander abgestimmt. Riewas Wiedererkennungswert beruht somit auf der Kombination aus Stimme, Erfahrung, Körpersprache und der vertrauten Gestaltung der „Tagesschau“.

Privatleben, Familie und Beziehungen

Über sein Privatleben gibt Jens Riewa nur wenige gesicherte Informationen preis. Deshalb sind weder ein aktueller Beziehungsstatus noch Angaben zu einer Ehe oder zu Kindern zuverlässig öffentlich bestätigt. Verschiedene Unterhaltungsmedien haben im Laufe der Jahre über mögliche Beziehungen berichtet. Solche Meldungen liefern jedoch keine ausreichende Grundlage für eindeutige Aussagen.

Die Trennung zwischen öffentlicher Aufgabe und privatem Alltag passt zu seinem beruflichen Auftreten. Während Riewa regelmäßig vor einem Millionenpublikum zu sehen ist, hält er persönliche Themen weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Seriöse Porträts sollten diese Grenze respektieren und auf Gerüchte verzichten.

Ein persönlicher Umgang mit schwierigen Erfahrungen

Im Jahr 2024 sprach Jens Riewa in der NDR-Sendung „Käpt’ns Dinner“ über die Folgen eines schweren Autounfalls, der Jahre zuvor geschehen war. Obwohl er körperlich vergleichsweise glimpflich davonkam, entwickelte er nach eigener Darstellung psychische Beschwerden und Panikreaktionen. Er berichtete auch, dass er professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe.

Mit diesem offenen Gespräch zeigte Riewa eine verletzliche Seite, die Zuschauer aus den Nachrichtensendungen kaum kennen. Zugleich machte sein Bericht deutlich, dass psychische Folgen eines Unfalls lange anhalten können. Da es sich um sensible Gesundheitsinformationen handelt, sollten sie jedoch nur in dem Umfang wiedergegeben werden, in dem Riewa selbst öffentlich darüber gesprochen hat.

Jens Riewas Bedeutung für die deutsche Fernsehlandschaft

Nur wenige Fernsehgesichter bleiben über einen so langen Zeitraum mit einer täglichen Nachrichtensendung verbunden. Jens Riewa hat politische Veränderungen, internationale Krisen, Wahlen und gesellschaftliche Umbrüche präsentiert. Dabei musste er glaubwürdig und sachlich bleiben, obwohl sich Mediennutzung und Nachrichtentechnik stark wandelten.

Seine lange Karriere zeigt zugleich, dass Kontinuität im Nachrichtengeschäft weiterhin wichtig ist. Das Publikum begegnet täglich neuen Themen, erhält sie jedoch über bekannte Stimmen und Gesichter. Riewa steht damit für eine Form der Nachrichtenvermittlung, die auf Ruhe, sprachliche Genauigkeit und persönliche Zurückhaltung setzt.

Fazit

Jens Riewa ist weit mehr als eine bekannte Stimme der „Tagesschau“. Sein ungewöhnlicher Weg vom angehenden Fluglotsen zum professionellen Nachrichtensprecher zeigt, wie ein erkanntes Talent eine gesamte Karriere verändern kann. Seit seinem Debüt in der 20-Uhr-Ausgabe im September 1995 entwickelte er sich zu einem der vertrautesten Gesichter des deutschen Fernsehens.

Als Chefsprecher führt er seit Dezember 2020 eine lange „Tagesschau“-Tradition fort. Gleichzeitig beweisen seine Moderationen und Unterhaltungsauftritte, dass er auch außerhalb des Nachrichtenstudios vielseitig arbeiten kann. Über sein Privatleben ist dagegen nur wenig gesichert bekannt – und gerade diese klare Grenze gehört ebenfalls zu seinem öffentlichen Profil.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt ist Jens Riewa?

Jens Riewa wurde am 2. Juli 1963 geboren. Im September 2026 ist er 63 Jahre alt.

Woher kommt Jens Riewa?

Er wurde in Lübbenau geboren und wuchs in Lübben im brandenburgischen Spreewald auf.

Seit wann spricht Jens Riewa die „Tagesschau“?

Er arbeitete bereits in den frühen 1990er-Jahren für die Sendung. Die 20-Uhr-Hauptausgabe präsentierte er erstmals am 6. September 1995.

Ist Jens Riewa Chefsprecher der „Tagesschau“?

Ja. Er übernahm die Funktion am 15. Dezember 2020 als Nachfolger von Jan Hofer.

Ist Jens Riewa verheiratet und hat er Kinder?

Sein aktueller Beziehungsstatus und mögliche Angaben zu Kindern sind nicht zuverlässig öffentlich bestätigt.

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